Bettwanzen und andere Urlaubsmitbringsel

Wenn Patienten mit Urlaubsmitbringseln zurück kommen, führt sie der erste Weg oft in die Hausarztpraxis.

Bettwanzen und andere Urlaubsmitbringsel

Thema der Woche, 22.07.2019 von Dr. Marlies Karsch, Chefredakteurin

Die in den letzten Tagen in den Medien berichtete Zunahme von Bettwanzen in den Hütten des Deutschen Alpenvereins ist nur ein Symptom der weltweit verstärkten Ausbreitung dieses blutsaugenden Ungeziefers. Aber nicht nur in Alpenhütten und einfachen Unterkünften sind Bettwanzen auf dem Vormarsch. Ihre Ausbreitung hat nichts mit Hygienemängeln zu tun, und man findet sie auch in teuren Hotels, auf Kreuzfahrtschiffen, in Zügen und Flugzeugen. Sie verursachen stark juckende Hautläsionen, sind zwar unappetitlich, aber ansonsten ungefährlich.

Das Problem mit den Wanzen ist, dass man sie, einmal über das Reisegepäck in die eigene Wohnung mitgebracht, nur sehr schwer wieder los wird. Da sie sich in Ritzen verstecken, können sie sich hinter Lichtschaltern, unter Teppichleisten oder sonstigen schwer zugänglichen Stellen einnisten. Hier hilft nur eine professionelle Schädlingsbekämpfung, die häufig über Wochen wiederholt werden muss. Und das macht diese Mitbringsel aus dem Urlaub wirklich lästig. In unserem neuen Artikel Bettwanzen (Cimikose) bieten wir Ihnen das nötige Rüstzeug für eine Beratung Ihrer Patienten zum Vorgehen bei Wanzenbefall und zu den verschiedenen Möglichkeiten der Vorbeugung.

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In der Urlaubszeit stellen sich zahlreiche Reiserückkehrer mit Insektenstichmalen und anderen Hautveränderungen in der Praxis vor. Die Differenzialdiagnose ist nicht immer einfach, auch Wanzenstiche sind nicht eindeutig zu erkennen. Je nach Ausprägung sollte man z. B. an Mückenstiche, Flohbisse, verschiedene Milben, aber auch an Skabies, Urtikaria, Lichtdermatosen oder gar ein Erythema exsudativum multiforme denken. Unsere Artikel Insektenstiche und -bisse und Hautprobleme bei Auslandsreisen können Ihnen bei der Diagnosestellung weiterhelfen.

Die von mehr oder weniger weitgereisten Patienten mitgebrachten Symptome und Krankheitsbilder können sich von der einfachen Reisediarrhö über gewöhnliche Erkältungsinfekte bis zu Fragestellungen erstrecken, die in der Hausarztpraxis im wahrsten Sinne des Wortes exotisch sind. Je nach Reiseziel und klinischem Bild sind wir als Ärzte gezwungen, teilweise sehr weit über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.

Gerade bei unklaren, langwierigen gastrointestinalen Symptomen sollte man auch parasitäre Erkrankungen im Hinterkopf haben (siehe hierzu Parasiten bei Tropenrückkehrern). Auch über den Zusammenhang von Tourismus und sexuell übertragbaren Krankheiten sollte man offen mit den Patienten kommunizieren. Das Auftreten sexuell übertragbarer Erkrankungen nimmt zu, unter anderem wegen häufigeren Ferneisen und rückläufigem Kondomgebrauch. Neben auch hierzulande geläufigen Infektionen mit Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis und HIV können auch seltene Erkrankungen, wie Ulcus molle, Lymphogranuloma venerum oder Granuloma inguinale vorkommen. Fieber bei Tropenrückkehrern soll umgehend abgeklärt werden. Hier könnten Malaria, Typhus, Paratyphus oder das Denguefieber vorliegen. Die Zusammenarbeit mit Tropenmedizinern kann notwendig werden. Eine gute reisemedizinische Beratung vor der Abreise in ferne Länder kann helfen, vieles, aber eben nicht alles, zu verhindern.

Marlies Karsch, Chefredakteurin

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