Der Freitagsfall: Ist das ansteckend?

Ein Patientenbeispiel aus dem Praxisalltag.

Ist das ansteckend?

Eine Patientin, 43 Jahre alt, keine Vorerkrankungen, zeigt Ihnen diese Hautveränderung:

Kommentar

Die polyzyklische Form mit rotem, entzündetem Randwall (daher der Ausdruck „Ringelflechte“) und zentraler Abheilung spricht für eine Tinea corporis, eine durch Dermatophyten bedingte Pilzinfektion. Sie fragen die Patientin, ob sie eine Katze hat, denn diese (aber auch Hunde, Nager und andere Säugetiere) sind die häufigsten Infektionsquellen. Als Differenzialdiagnosen kommen unter anderem Atopisches Ekzem, Pityriasis rosea, Nummuläres Ekzem, Psoriasis oder Impetigo contagiosa in Frage. In der Regel reicht die klinische Untersuchung zur Diagnosestellung aus. Bei Unsicherheit kann vor Therapiebeginn Material zur mikroskopischen Untersuchung gesichert werden: Von der aktiven Peripherie der Läsion wird die Epidermis mit einem scharfen Löffel oder einer Kürette abgeschabt. Bei fehlender Erfahrung im Mikroskopieren kabn das Material beispielsweise an ein Labor eingesendet werden, das Direktmikroskopie anbietet.

Behandlung mit 2- bis 3-mal täglich lokal aufgetragenen Imidazolpräparaten (Ketoconazol, Clotrimazol, Econazol oder Miconazol) über 3–4 Wochen, d. h. deutlich über das Verschwinden der Läsion hinaus. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist ohnehin nur bei engem Körperkontakt möglich und nach Therapiebeginn praktisch ausgeschlossen, insofern keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen. Aber die Katze sollte zum Tierarzt.

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