Schlecht eingestellter Zucker?

Ein Patientenbeispiel aus dem Praxisalltag.

Schlecht eingestellter Zucker?

Ein neuer Patient sucht Sie in Ihrer Praxis auf: Rentner, 72 Jahre alt, BMI 33, RR 150/100. Vorerkrankungen: seit 2004 bekannter Typ-2-Diabetes, Hypertonie, koronare Herzerkrankung, periphere arterielle Verschlusskrankheit (Stadium IIb), Hyperlipidämie. Medikation: Clopidogrel 75 mg, Irbesartan/HCT, Allopurinol, Ezitimib/Simvastatin, Saxagliptin/Metformin. Bei früheren Kontrollen beim Diabetologen lag der HBA1c immer bei oder über 9 %; jetzt messen Sie beim ersten Besuch 8,1 %, später 10,5 %.

Kommentar

Weder der HBA1c noch der Blutdruck sollten als isolierte Werte besondere Sorgen machen. Bedrohlich ist vielmehr die Gesamtsituation, die dem Patienten z. B. mithilfe des ARRIBA-Scores als kardiovaskuläres Risiko innerhalb der nächsten Jahre vor Augen geführt werden kann. Um dies zu reduzieren, ist eine Lebensstiländerung mit gesünderer Ernährung und mehr Bewegung unumgänglich. Wenn das gelingt und die Gesamtsituation sich verbessert, ist ein HBA1c von 9 % abolut tolerabel.

Bei der Medikation sind einige Fragen offen. So sollte kritisch hinterfragt werden, warum der Patient Clopidogrel statt ASS, Ezitimib und Saxagliptin sowie Allopurinol einnimmt, und die Medikation sollte aktuellen Leitlinien angepasst werden.

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