Dickes Bein

Ein Patientenbeispiel aus dem Praxisalltag.

Fall: Dickes Bein

Frau R., 32 Jahre, BMI > 40, bekannter Hypertonus (mit Ramipril-HCT 5/12,5 mg normoton eingestellt), stellt sich am Montagmorgen mit einer Beinschwellung links vor. Sie ist vor zwei Wochen gestürzt und hat sich dabei das Knie des betroffenen Beines verdreht. Sie kommt humpelnd in die Praxis.

Kommentar

Bevor Sie sich mit den orthopädischen Ursachen der Gehbeschwerden beschäftigen, denken Sie an die akut gefährlichste Ursache einer einseitigen Beinschwellung: eine tiefe Venenthrombose mit dem Risiko der Lungenembolie. Mithilfe des Wells-Scores lässt sich in der klinischen Untersuchung die Wahrscheinlichkeit einer TVT abschätzen. Ist diese hoch, folgt sofort der Venenultraschall (Kompressionssonografie) bzw. bei Anzeichen für eine LE (Dyspnoe, Brustschmerz, Tachypnoe) die Einweisung zur CT-Angiografie, bereits unter Antikoagulation. Bei mittlerem bis niedrigem Wells-Score entscheidet die D-Dimere-Bestimmung über das weitere Vorgehen.

Weiterlesen: Welche Themen sind für die Facharztprüfung Allgemeinmedizin relevant?