Ein typisches Bild

Ein Patientenbeispiel aus dem Praxisalltag.

Ein typisches Bild

Ein 36-jähriger Patient kommt mit dem unten gezeigten Hautbefund in Ihre Praxis. Die Hautrötung sei schon seit Wochen da und habe ihn anfangs nicht gestört, aber da sie gar nicht mehr weggehe, sei er doch etwas beunruhigt.

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Kommentar

Leider bietet das Erythema chronicum migrans nicht immer ein derart typisches Bild. Die als DD infrage kommende Tinea corporis hätte einen erhöhten, schuppenden Randwall.

Sie fragen nach einem Zeckenstich zwischen einer und drei Wochen vor dem ersten Auftreten der Hautrötung (mittlere Inkubationszeit 14 Tage) und anderen Symptomen der Borrelieninfektion: Kopfschmerzen, leichtes Fieber und Abgeschlagenheit, evtl. Gelenkschmerzen. Eine Borrelien-Serologie bringt aufgrund der niedrigen Sensitivität und der hohen Durchseuchungsrate in der Allgemeinbevölkerung wenig. Bei Anzeichen einer Neuroborreliose (z. B. Fazialisparese) Einweisung zur Lumbalpunktion.

Ansonsten Standardtherapie mit Doxycyclin 2 x 100 mg oder 1 x 200 mg pro Tag oder Amoxicillin 3 x 500–1.000 mg pro Tag über 10–14 Tage, bei Allgemeinsymptomen über 21 Tage.

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