Kopfzerbrechen

Ein Patientenbeispiel aus dem Praxisalltag.

Kopfzerbrechen

Patientenbeispiel vom 07.06.2019

Ein 23-jähriger Student kommt erstmals in Ihre Praxis. Er habe seit gestern starke Kopf- und Nackenschmerzen und bereits seit 3–4 Tagen Fieber bis 39,3˚. Genommen habe er bisher nur Ibuprofen. Besonders beunruhige ihn, dass er in der letzten Nacht zweimal ganz weggetreten gewesen sei und wirres Zeug geredet habe.

Kommentar

Auch wenn Fieber und Kopfschmerzen bei einer Vielzahl auch banaler Virusfunktionen vorkommen, drängt sich hier ein abwendbarer gefährlicher Verlauf auf: Meningitis. Sie führen eine körperliche Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf Meningismus und andere neurologische Symptome und eine erneute Temperaturmessung durch. Laboruntersuchungen sind unergiebig, bei begründetem Verdacht ordnen Sie unverzüglich eine Notarzt-begleitete Krankenhauseinweisung zur Lumbalpunktion an.

Aufgrund des mehrtägigen Verlaufs ist eine Meningokokken-Meningitis unwahrscheinlich, eine virale Meningitis aber nicht auszuschließen. Es könnte sich aber auch um eine Influenza handeln. Anders stellt sich das differenzialdiagnostische Spektrum dar, wenn der Student ihre Frage nach einem kürzlichen Tropenaufenthalt bejaht.