Zurück in den Alltag

Ein Patientenbeispiel aus dem Praxisalltag.

Zurück in den Alltag

Patientenbeispiel vom 31.05.2019

Ein 63-jähriger Bankangestellter wird nach einem Herzinfarkt aus dem Krankenhaus entlassen, mit der Medikamentenempfehlung: Beloc ZOK 2 x 1/2, Xanef 5 mg 1 x 1, ASS 100 1 x 1, Brilique 2 x 1, Sortis 10 mg 1 x 1, Tavor 0,5 mg 1 z. N., Nitroligual-Spray bei Bedarf. Der Patient möchte rasch wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, fühlt sich aber dem Stress noch nicht ganz gewachsen.

Kommentar

Trotz der Klinikverordnung sind Sie ab jetzt für die Weiterbehandlung zuständig und damit auch für Medikationsfehler verantwortlich. Bedenken Sie, dass bei mehr als drei täglichen Medikamenteneinnahmen die Compliance drastisch sinkt. Sie sollten aus Wirtschaftlichkeitsgründen die Generika (Metoprolol, Enalapril, Atorvastatin) verordnen. Lorazepam sollte wegen seines hohen Suchpotenzials keinesfalls dauerhaft eingenommen werden. Statt dessen gilt es, einen geregelten Tagesablauf wiederherzustellen und die Rehabilitation bzw. berufliche Wiedereingliederung zu planen und zu begleiten.

Außerdem werden Sie mit dem Patienten über Maßnahmen der Sekundärprävention sprechen: Lebensstiländerung, körperliche Aktivität, Ernährungsumstellung, ggf. Rauchstopp. Ihm sollte klar sein, dass eine selbstverantwortete Reduktion des Risikos eines weiteren Herzinfarkts auch die Wirksamkeit der Medikation unterstützt.