Impfen für den Ehemann?

Kennen Sie das auch? Ein Patientenbeispiel aus dem Praxisalltag.

Der Freitagsfall: Eine Frage der Vorsorge

Patientenbeispiel vom 12.04.2019

Eine 51-jährige Lehrerin kommt zu Ihnen als ihrer Hausärztin und möchte darüber diskutieren, ob sie sich gegen Grippe impfen lassen solle. Einerseits möchte sie die Grippe möglichst vermeiden, gar nicht so sehr nicht um ihrer selbst willen, aber wegen ihres Mannes, der unter Asthma leide und häufig Infekte habe. Andererseits hat sie Bedenken, da ihre Nachbarin im letzten Jahr nach einer Grippeimpfung schwer erkrankt sei. Besonders misslich wäre es, wenn der Ehemann sich an ihrer Grippeimpfung anstecken würde. Er selbst möchte sich nicht impfen lassen.

Kommentar

Siehe Influenza. Laut STIKO ist in diesem Fall die jährliche Grippeimpfung empfohlen, da sie als Lehrerin besonders exponiert und eine mögliche Kontaktperson für den asthmakranken Ehemann ist. Eine Ansteckungsgefahr für den Mann besteht bei dem Totimpfstoff nicht.

Vor der Impfung sollten noch folgende Punkte mit der Patientin besprochen werden:

  • Aufklärung über Nutzen der Impfung und mögliche Nebenwirkungen
  • kein Schutz vor anderen Infektionen
  • Antikörperbildung 10–12 Tage nach Impfung
  • mögliche Impfversager (Non-Responder)
  • Antigen-Drift mit unklarem Wirkungsgrad der Impfung im nächsten Jahr
  • Impfanamnese/Impfhindernisse (bekannte Unverträglichkeit; akuter Infekt)
  • Empfehlung von Verhaltensmaßnahmen im Anschluss an die Impfung
  • Hinweis auf Auffrischungsimpfungen
  • Einverständnis einholen